Ersthelfer bei Panikattacken Spickzettel
Ein ruhiger, fundierter Leitfaden für Angehörige, Freunde und Kollegen bei akuter Panik: Was hilft, welche Sätze beruhigen, welche gut gemeinten Reaktionen schaden und wo medizinische Notfallgrenzen verlaufen.
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Spickzettel sind einseitige Übersichten zum Ausdrucken – perfekt für Orte, an denen dich Angst oft überrascht. Verfügbar im A4-, US-Letter- und PNG-Format in deinem Pro-Dashboard.
Inhalt dieser Übersicht
Vier sofortige Unterstützungsschritte
Einvernehmliche Ersthilfe: Erlaubnis vor Nähe einholen, Reize wie Licht und Lärm reduzieren, druckfreie Erdung ohne Festhalten anbieten und ruhiges Atmen vorleben.
Worte, die wirklich helfen
Vier praxiserprobte Formulierungshilfen, die ruhige Sicherheit vermitteln, Erklärungsdruck nehmen, einfache Auswahlmöglichkeiten bieten und Zeitdruck auflösen.
Was du vermeiden solltest
Typische Helferfallen: Keine veraltete Papiertütenatmung, kein erzwungener Körperkontakt, keine abwertenden Floskeln wie 'Beruhig dich' und keine fremden Medikamente.
Medizinische Notfallgrenze
Klare Kriterien für den sofortigen Notruf (112): Starke Brustschmerzen mit Ausstrahlung, schwere Atemnot, Ohnmacht, Krampfanfälle, Lähmungserscheinungen oder unklare Vorgeschichte.
Sanfte Nachsorge & Hilfsangebote
Schritte nach der Panik: Wasser und ruhige Erholung anbieten, auf bohrende Nachfragen verzichten und bei Bedarf Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu Vertrauenspersonen oder Fachstellen anbieten.
Anwendung
- 1
Drucke die Anleitung aus und lege sie in den Erste-Hilfe-Kasten, an deinen Arbeitsplatz oder ins Wohnzimmer.
- 2
Präge dir die hilfreichen Sätze und No-Gos ein, damit du im Notfall instinktiv ruhig reagieren kannst.
- 3
Reguliere im Akutmoment zuerst deine eigene Stimme und frage immer um Erlaubnis, bevor du die Person berührst.
- 4
Biete nach der Panikphase Wasser und Ruhe an und frage einfühlsam, ob Unterstützung beim Kontakt zu Vertrauenspersonen gewünscht ist.
Häufig gestellte Fragen
Wie helfe ich bei einer Panikattacke, ohne die Situation zu verschlimmern?
Reguliere zuerst dein eigenes Nervensystem: Sprich leise, ruhig und halte ausreichend Abstand. Frage immer zuerst um Erlaubnis: 'Möchtest du, dass ich hier bleibe, oder brauchst du etwas Raum?' Vermeide es, die Person zu bedrängen, ungefragt anzufassen oder mit vielen Fragen zu überfordern. Atme ruhig und sichtbar vor.
Was sollte man bei einer Panikattacke auf keinen Fall tun?
Sage niemals 'Beruhig dich' oder 'Das bildest du dir nur ein'. Verwende auf keinen Fall eine Papiertüte – das ist medizinisch veraltet und bei echten Herz- oder Lungennotfällen lebensgefährlich. Halte die Person nicht fest, dränge sie nicht zum Hinlegen und biete keine Medikamente, Alkohol oder Koffein an.
Was sagt man am besten zu jemandem mit akuter Panik?
Kurze, entlastende Sätze ohne Rechtfertigungsdruck: 'Ich bin hier bei dir. Du bist in Sicherheit.', 'Du musst mir jetzt gar nichts erklären.' und 'Nimm dir alle Zeit der Welt.' Biete einfache Ja/Nein-Wahlmöglichkeiten an, wie etwa: 'Möchtest du einen Schluck Wasser oder dich setzen?'
Wann muss bei Paniksymptomen der Notarzt (112) gerufen werden?
Wähle sofort den Notruf bei neu aufgetretenen oder starken Brustschmerzen, Schmerzen mit Ausstrahlung in Arm, Kiefer oder Rücken, akuter schwerer Atemnot, Ohnmacht, Krampfanfällen, Lähmungen oder Sprachstörungen sowie bei einem allerersten Anfall ohne bekannte Vorgeschichte.